AVPQ – Amtliches Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen für den Liefer- und Dienstleistungsbereich
Das Amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen (AVPQ) ist das zentrale System zur Präqualifizierung für Liefer- und Dienstleistungen im deutschen Vergabewesen. Es hat das frühere Verfahren der Präqualifizierung für Lieferungen und Leistungen (PQ-VOL) abgelöst und führt dessen Grundgedanken fort: Unternehmen sollen ihre Eignung gegenüber öffentlichen Auftraggebern im Voraus transparent, einheitlich und standardisiert nachweisen können.
Das AVPQ dient dabei als offizielles, bundesweit anerkanntes Register, in dem zuverlässige und leistungsfähige Unternehmen geführt werden. Öffentliche Auftraggeber greifen häufig auf dieses Verzeichnis zurück, um die Eignung eines Unternehmens ohne aufwendige Einzelnachweise prüfen zu können.
Was ist das AVPQ?
Das AVPQ ist ein bundesweit gültiges, amtliches Verzeichnis, in dem Unternehmen gelistet werden, die ihre Eignung für öffentliche Liefer- und Dienstleistungsaufträge nachgewiesen haben. Die Eintragung bestätigt, dass ein Unternehmen bestimmte Anforderungen erfüllt, etwa hinsichtlich:
- fachlicher Kompetenz
- wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit
- Zuverlässigkeit
- Bonität
- relevanter Referenzen
Damit schafft das AVPQ einen verbindlichen Standard, der Vergabeverfahren für beide Seiten vereinfacht.
Hinterlegte Informationen im AVPQ und Ausschlusskriterien
Im AVPQ werden alle relevanten Unternehmensinformationen zentral gespeichert, die für die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen erforderlich sind. Dazu zählen unter anderem Nachweise über die Eintragung im Handelsregister, die Gewerbeerlaubnis, eine gültige Gewerbeanmeldung, Bescheinigungen der Industrie- und Handelskammer sowie Nachweise über bestehende Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherungen. Optional können weitere Zertifikate, wie etwa zu Qualitäts- oder Umweltmanagementsystemen, hinterlegt werden. Diese umfassende Dokumentation dient dazu, die Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Fachkunde eines Unternehmens transparent zu machen.
Ein Ausschluss aus dem AVPQ kann erfolgen, wenn beispielsweise falsche Nachweise eingereicht, Fristen für die Aktualisierung der Dokumente nicht eingehalten oder notwendige Gebühren nicht entrichtet werden. Auch schwerwiegende Verstöße gegen gesetzliche Vorgaben oder Vergaberegeln können zum Ausschluss führen. Die Einhaltung aller Anforderungen ist daher entscheidend, um dauerhaft im amtlichen Verzeichnis gelistet zu bleiben.
Warum wurde das PQ-VOL durch das AVPQ ersetzt?
Das frühere System PQ-VOL existierte über viele Jahre parallel zu unterschiedlichen regionalen und fachlichen Präqualifizierungsstellen. Mit dem AVPQ wurde eine einheitliche, zentralisierte Lösung geschaffen, die:
- die Datenpflege vereinfacht
- bundesweit einheitliche Anforderungen sichert
- Doppelstrukturen reduziert
- den Zugang für Unternehmen erleichtert
Viele bekannte Strukturen des PQ-VOL wurden übernommen, aber modernisiert und besser zugänglich gemacht.
Welche Vorteile bietet das AVPQ?
Vorteile für Unternehmen
- anerkannter Eignungsnachweis für öffentliche Aufträge
- geringerer Verwaltungsaufwand bei Ausschreibungen
- transparente und zentrale Verwaltung von Nachweisen
- erhöhte Wettbewerbschancen durch geprüfte Eignung
Vorteile für öffentliche Auftraggeber
- standardisierte und aktuelle Nachweise
- geringerer Aufwand bei der Angebotsprüfung
- verlässliche Datengrundlage für die Eignungswertung
- erhöhte Transparenz und Vergleichbarkeit
Wer kann sich im AVPQ präqualifizieren lassen?
Grundsätzlich alle Unternehmen, die an öffentlichen Liefer- oder Dienstleistungsaufträgen teilnehmen möchten – unabhängig von Unternehmensgröße oder Branche. Besonders häufig nutzen das AVPQ:
- kleine und mittlere Unternehmen (KMU)
- Dienstleistungsunternehmen
- Lieferanten für Behörden und Kommunen
- IT-, Sicherheits-, Beratungs- und Wartungsdienstleister
Ablauf der Eintragung in das AVPQ
Der Prozess ähnelt dem früheren PQ-VOL-Verfahren, ist jedoch zentralisiert:
- Antragstellung über eine anerkannte Präqualifizierungsstelle
- Einreichung der Nachweise zu Eignung, Bonität und Referenzen
- Prüfung durch die Stelle nach bundeseinheitlichen Kriterien
- Eintragung ins AVPQ nach erfolgreicher Prüfung
- Regelmäßige Aktualisierung der Nachweise
Die meisten Schritte können digital durchgeführt werden.
Wofür wird das AVPQ im Vergabeverfahren genutzt?
Das AVPQ dient öffentlichen Auftraggebern als schneller und verlässlicher Eignungsnachweis. Unternehmen müssen dadurch in Ausschreibungen nicht jedes Dokument einzeln beilegen, was den Prozess deutlich verschlankt.
Typische Anwendungsfälle:
- Teilnahme an Ausschreibungen nach UVgO
- vereinfachte Prüfung in offenen und beschränkten Verfahren
- Nachweis der wirtschaftlichen und technischen Leistungsfähigkeit
Zukünftige Entwicklungen und Schnittstellen beim AVPQ
Das AVPQ wird kontinuierlich weiterentwickelt, um die Anforderungen der digitalen Vergabepraxis noch besser zu erfüllen. Ein zentraler Fokus liegt auf der weiteren Digitalisierung des Antragsverfahrens: Geplant ist, dass künftig sämtliche Schritte – von der Antragstellung über die Einreichung der Nachweise bis hin zur Kommunikation mit den Präqualifizierungsstellen – vollständig online erfolgen können. Damit wird der bürokratische Aufwand weiter reduziert und die Bearbeitungszeit verkürzt. Darüber hinaus sind technische Schnittstellen vorgesehen, die eine direkte Anbindung des AVPQ an andere digitale Vergabesysteme ermöglichen. So können relevante Unternehmensdaten und Nachweise künftig automatisiert übertragen und in Vergabeplattformen integriert werden. Dies schafft zusätzliche Effizienz und erleichtert Unternehmen wie öffentlichen Auftraggebern die Nutzung des AVPQ im gesamten Beschaffungsprozess.
Fazit – Bedeutung des AVPQ im Vergabewesen
Das Amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen (AVPQ) hat sich als zentraler Bestandteil moderner Vergabeverfahren etabliert. Es stärkt Transparenz, reduziert Verwaltungsaufwand und erleichtert Unternehmen den Zugang zu öffentlichen Aufträgen. Gleichzeitig ermöglicht es Auftraggebern eine schnelle und zuverlässige Bewertung der Eignung.
Mit Vergabepilot.AI lassen sich passende Ausschreibungen im Bereich Lieferungen und Dienstleistungen schnell finden, sodass präqualifizierte Unternehmen – ob über frühere PQ-VOL-Nachweise oder das aktuelle AVPQ – ihre Qualifikation optimal einsetzen können.