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CPV-Codes

CPV-Codes: Ein Leitfaden für Ausschreibungen in Deutschland

Was sind CPV-Codes?

CPV-Codes (Common Procurement Vocabulary) sind einheitliche Klassifizierungscodes, die zur Beschreibung und Identifikation von Lieferungen, Dienstleistungen und Bauleistungen in öffentlichen Ausschreibungen verwendet werden. Dieses standardisierte System wurde von der Europäischen Union entwickelt, um die Transparenz und Vergleichbarkeit von Ausschreibungen innerhalb der EU zu verbessern.

Warum sind CPV-Codes wichtig?

Die Verwendung von CPV-Codes hilft sowohl Auftraggebern als auch Bietern, relevante Ausschreibungen schneller und präziser zu finden. Öffentliche Auftraggeber in Deutschland und in anderen EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, CPV-Codes in ihren Ausschreibungen anzugeben, wenn sie eine bestimmte finanzielle Schwelle überschreiten. Für Unternehmen, die an Ausschreibungen teilnehmen möchten, bietet das System eine einfache Möglichkeit, gezielt nach Aufträgen in ihrem Tätigkeitsbereich zu suchen.

Aufbau der CPV-Codes

Ein CPV-Code besteht aus einer Hauptnummer (Hauptteil) und einer optionalen Erweiterung (Nebenteil). Der Hauptteil ist ein achtstelliger numerischer Code, der die Kategorie und Subkategorie des Produkts oder der Dienstleistung beschreibt. Die erste Stelle gibt die Hauptgruppe an, während die nächsten Stellen die Beschreibung weiter spezifizieren. Die neunte Stelle im Hauptteil ist eine Prüfziffer.

Beispiel für einen CPV-Code: 45210000-2

  • 45 - Bauleistungen
  • 21 - allgemeine Bauarbeiten
  • 0000 - zusätzliche Spezifikationen
  • 2 - Prüfziffer, die sicherstellt, dass der Code korrekt ist

Optional kann ein CPV-Code durch einen zweistelligen Erweiterungscode ergänzt werden, um zusätzliche Details hinzuzufügen, die den Ausschreibungsgegenstand noch spezifischer beschreiben.

Einsatz von CPV-Codes in der Praxis

Öffentliche Auftraggeber in Deutschland nutzen CPV-Codes, um den Bedarf ihrer Ausschreibungen genau zu spezifizieren. Unternehmen wiederum können mithilfe von CPV-Codes in Ausschreibungsportalen gezielt nach passenden Projekten suchen.

Zum Beispiel könnte ein Bauunternehmen, das auf Wohnungsbau spezialisiert ist, regelmäßig nach dem Code 45211000-9 (Bau von Mehrfamilienhäusern) suchen, um entsprechende Ausschreibungen zu finden.

Weiterentwicklung und Quellen zu CPV-Codes

Die CPV-Nomenklatur wird kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt, um den sich wandelnden Anforderungen im öffentlichen Beschaffungswesen gerecht zu werden. So hat die EU-Kommission bereits 2017 ein Projekt zur Überarbeitung des CPV-Standards initiiert und Empfehlungen für eine umfassende Modernisierung ausgesprochen. Die Umsetzung dieser Empfehlungen gestaltet sich jedoch komplex, da der CPV-Standard eng mit den europäischen Vergaberichtlinien verknüpft ist. Für aktuelle Informationen, offizielle Dokumente sowie praktische Anleitungen empfiehlt sich ein Blick auf die Ressourcen der Europäischen Union, insbesondere das TED-Portal (Tenders Electronic Daily). Dort stehen unter anderem Leitfäden, Erläuterungen und die jeweils aktuelle Version der CPV-Codes zum Download bereit. Auch empirische Studien und weiterführende Fachartikel bieten wertvolle Einblicke in die Nutzung und Entwicklung der CPV-Nomenklatur.

Vorteile der CPV-Codes für Unternehmen und Auftraggeber

  1. Transparenz und Einheitlichkeit: CPV-Codes sorgen für einheitliche Beschreibungen von Ausschreibungsgegenständen in allen EU-Ländern und ermöglichen so einen fairen Wettbewerb.
  2. Effizienz in der Suche: Unternehmen können ihre Suche auf spezifische Codes eingrenzen und sparen so Zeit bei der Suche nach passenden Aufträgen.
  3. Verbesserte Angebotsqualität: Eine präzise CPV-Klassifizierung sorgt dafür, dass Unternehmen Ausschreibungen erhalten, die genau zu ihrem Leistungsangebot passen. Das wiederum reduziert Missverständnisse und ermöglicht die Abgabe gezielter Angebote.

Tipps zur Nutzung von CPV-Codes

  • Regelmäßige Suche und Anpassung: Da Ausschreibungen häufig und mit verschiedenen CPV-Codes veröffentlicht werden, lohnt es sich für Unternehmen, regelmäßig nach relevanten Codes zu suchen und dabei auch ähnliche Codes zu berücksichtigen.
  • Verknüpfung mit Unternehmensprofilen: Viele Ausschreibungsplattformen bieten die Möglichkeit, CPV-Codes direkt im Unternehmensprofil zu hinterlegen. So erhalten Unternehmen Benachrichtigungen über neue, passende Ausschreibungen.
  • Überprüfung der CPV-Codes: Manchmal verwenden Auftraggeber ähnliche, aber nicht exakt passende Codes. Ein Abgleich zwischen den vergebenen Codes und dem Ausschreibungsinhalt kann helfen, auch verwandte Ausschreibungen zu erkennen.

Fazit

CPV-Codes sind ein unverzichtbares Hilfsmittel im Bereich der öffentlichen Ausschreibungen. Sie erleichtern Unternehmen die Suche nach relevanten Aufträgen und tragen zur Transparenz und Fairness des Vergabeprozesses bei. Für Unternehmen in Deutschland, die regelmäßig an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen, ist die gezielte Nutzung und Kenntnis der CPV-Codes ein entscheidender Vorteil, um wettbewerbsfähig zu bleiben und potenzielle Aufträge effizient zu identifizieren.

Tipp: Auf Vergabepilot.AI lassen sich öffentliche Ausschreibungen gezielt nach CPV-Codes filtern. Dadurch können Unternehmen schnell alle passenden Vergaben in ihrem Leistungsbereich finden und ihre Suche auf relevante Branchen oder Tätigkeitsfelder fokussieren.

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